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Artikel Lebensfragen

Geliebter Alltag – eine besondere Herausforderung in dieser Zeit?

Mal ehrlich: vor dem Virusausbruch löste das Thema „Alltag“ keine große Neugierde, Überraschung oder andere aufregende Gefühle aus. Im Großen und Ganzen wussten wir bereits am Frühstückstisch, wie sich der Tag entwickeln würde – einige von uns hatten mehr Freude und genauere Pläne, andere mehr Stress oder aber Unsicherheiten.

Ob durchgeplant oder nicht: Wir empfanden unseren Alltag als normal. Gleichzeitig gibt es so viele unterschiedliche Arten, WIE jeder einzelne den Alltag erlebt: Er, zum Beispiel, springt aus dem Bett und startet hektisch in seinen Tag. Sie hingegen steht lieber früh auf, um noch eine Runde Sport einzulegen und sich so auf ihren Tag einzustimmen.

Und dann kam alles anders, als gedacht

Corona hat viele von uns erst einmal umgehauen oder zumindest unsere bisherigen Strukturen ins Wanken gebracht. Jetzt rappeln wir uns langsam wieder auf und bewegen uns wieder in „normaleren“ Strukturen und Abläufe – trotzdem ist noch lange nicht alles wie vorher.

Impuls zum Nachdenken:

Willst du, dass alles so wird wie vorher oder möchtest du etwas verändern?

Wenn ja, was möchtest du verändern?

Nimm dir gerne ein paar Minuten Zeit.

So unterschiedlich unsere Leben vor dem Virusausbruch waren, so unterschiedlich sind sie auch jetzt: Etliche Menschen sind in Kurzarbeit gegangen, hatten und haben Angst davor, ihren Job zu verlieren, Eltern waren plötzlich 24/7 mit ihren Kids zusammen und verbinden nun ihren Job mit der Kinderbetreuung, andere hatten „nur“ ein schlechtes Gewissen, weil bei ihnen beruflich alles relativ normal weiterging… Ihr kennt die Auswirkungen.

Über abgenommene Entscheidungen

Ein psychologisch spannender Punkt an der ganzen Sache ist, dass es uns persönlich oft schwerfällt, uns aktiv für Veränderungen zu entscheiden. Wir hadern und warten ab: Aus Angst oder Unsicherheit die „falsche“ Entscheidung zu treffen. Der aktive Schritt in etwas Neues braucht Energie und Entscheidungskraft für die wir im normalen Alltag oft nicht die Kapazität oder die Aufmerksamkeit hatten (oder weil wir sie uns nicht genommen haben), weil wir mit so vielem anderen beschäftigt waren.

Impuls zum Nachdenken:

Welche Entscheidung schiebst du schon eine Weile vor dir her?

Was könnte passieren, wenn du sie triffst?

Durch Corona blieb uns diese persönliche Abwägung erspart, wir hatten durch unterschiedlichste gesetzliche Vorgaben keine andere Wahl mehr. Und sie beeinflussen uns auch weiterhin.

Es war für uns also keine aktive Entscheidung in diese Situation zu springen, es war mehr das Hinfallen in diese komplett neue Situation. Wir konnten und können sie nicht ändern und wir können auch nicht zurück, aber was wir ändern können, ist: die Auswirkung dieser Situation auf unsere Zukunft – auf heute und morgen.

Die wiederkehrende Verantwortung

Wir sind inzwischen im Übergang von festen Regeln zu Empfehlungen und der persönlichen Abwägung, wie wir nun reagieren. Und damit ergeben sich neue Fragen:

Wie handle ich so, damit es mir gut geht, ich trotzdem andere, vor allem die Risikogruppe und meine Eltern schütze? Treffe ich meine Freunde? Wie viele treffe ich und wo? Will ich zurück in das Alte? Was nehme ich mit ins Neue? Was kann ich entwickeln und übernehmen?

So viele Fragen – was sind meine Antworten?!

Im Coaching sind Fragen das Tool, um Coachees zum Nachdenken und Überdenken anzuregen, um den eigenen Weg zu entdecken und Orientierung zu erlangen. Damit sind sie Grundlage von Veränderungen. Das spannende dabei ist: Weder der Coach noch der Coachee wissen, was sich entwickeln wird.

Fragen sind aber nicht gleich Fragen. Es gibt solche, die uns zum Nachdenken anregen, die uns positiv unterstützen, die uns weiterdenken lassen, wenn wir uns die Freiheit nehmen und zulassen:

Wo bist du in 3 Jahren, wenn du wirklich glücklich mit deinem Leben und deiner Situation bist? Wie sieht dein Leben ganz konkret aus? Wo wachst du auf, wie geht es dir dort? Wie sieht deine berufliche Situation aus? Welche Aspekte in deinem Leben genießt du besonders?

Und es gibt andere Fragen, die uns blockieren und einengen. Diese Fragen bohren nach Rechtfertigungen und Erklärungen, wir fühlen uns dann klein und inaktiv: Warum hast du das gemacht? Wie konnte das passieren? Wieso ist alles so furchtbar schwer?

Wie du nicht wieder zurück in alte Muster rennst

Eine tolle und alltagsnahe Frage, um positive Auswirkungen wahrzunehmen und weiter in dein Leben zu integrieren, ist: Was hast du in den vergangenen drei Monaten verändert und für dich entwickelt – etwas, was dir richtig guttut und das du jetzt weiter nutzen möchtest.

Geh‘ noch ein Stückchen weiter und frage dich, was dahinterstecken könnte: Was genau tut dir dabei so gut? Welche Qualität ist das? Vielleicht ist es die Ruhe und Zeit für dich, die klaren Strukturen, die du in deinen Arbeitsalltag eingebaut hast, die Zeit, die du mit deinen Kindern verbracht hast, die Verabredungen mit deinem Partner oder deiner Partnerin, in denen ihr euch aufmerksam begegnet seid, obwohl ihr die meiste Zeit eh physisch zusammen wart.

Danach kommt der wohl wichtigste Schritt: Wie integrierst du das ab sofort aktiv in dein Leben? Wie kannst du Zeit für dich am Morgen finden, obwohl du dein Kind in die KiTa bringst oder selber wieder ins Büro gehst? Wie kannst du deine Pausen auch im Büro so gestalten, dass du auftanken kannst und dich nicht im nie enden wollenden Stress verlierst?

Einfache und praktische Tipps, um das Glücklichsein zu üben:

  • Es sind nicht die Tätigkeiten, die PLÖTZLICH ALLES verändern und vermeintlich einschlagen wie eine Bombe. Manchmal sind es drei tiefe Atemzüge oder eine Pause an der frischen Luft
  • Bevor wir neue Gewohnheiten und Routinen für uns gefestigt haben, sind Pläne eine sinnvolle Erinnerung und Unterstützung. Schreibe auf, was du vorhast und erinnere dich daran, wann du sie in deinen Tag einbauen willst
  • Kurz: Welche Handlung oder Veränderung möchtest du ab jetzt in deinen Alltag integrieren und wie erinnerst du dich täglich daran, um sie regelmäßig zu integrieren?

Wie du deinen Alltag vor Corona gelebt hast, weiß ich nicht, aber ich habe mich mit dem Thema schon vor Corona intensiv beschäftigt, um Unterstützung als Alltagsentwicklerin und Coach anzubieten. Das Ziel heißt: zufrieden und glücklich zu deinem Weg zu finden, um dir den Alltag zu kreieren, den du liebst.

Die Autorin, Ronja Tretter, ist Psychologin mit jahrelangen Erfahrungen im Bereich Unternehmenskultur, Organisation und system. Aufstellungen. Als Alltagsentwicklerin & Coach begleitet sie vor allem Frauen, die sich wünschen, einen erfüllten und glücklichen Alltag zu leben. Sie lebt in Berlin und arbeitet auch online.

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