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Artikel Gesellschaft

Hamburg als Modellregion für 5G. Welche Konsequenzen ergeben sich für Mensch und Umwelt?

Am Freitag, den 29. November 2019, gab es eine Veranstaltung im Buddhistischen Stadtzentrum in HH Ottensen über die Aufrüstung zu 5G und die damit verbundenen Gefahren. Vortragender war Dr. Jörn Gutbier von diagnose.funk e.V.

Da es unendlich wichtig ist, dass wir Bürger*innen JETZT etwas unternehmen, gibt es hier den Offenen Brief an die Hamburger Bürgerschaft zum Lesen / Teilen / Unterschreiben:

Offener Brief Hamburg – Modellregion für 5G. Konsequenzen für Mensch und Umwelt? Hamburg im September 2019

Die fünfte Generation drahtloser Netzwerke (5G) soll in den nächsten Jahren weltweit eingeführt werden. 5G soll ein gegenüber 4G (LTE) bis zu 100x schnelleres Internet bereitstellen, so dass Anwendungen wie autonomes Fahren, Industrie 4.0 und Smart Home ermöglicht werden. Spätestens 2020 wird Hamburg eine von sechs Modellregionen in Deutschland, die diese neue Technik flächendeckend einführt, in einigen Stadtteilen geschieht dies jetzt schon. „Hamburg wird zukunftsfähig“, so bewerten viele öffentliche Medien diesen Schritt.

Wir, die Unterzeichner*innen dieses Briefes fragen uns: Was ist das für eine Zukunft, auf die wir damit zugehen? Wie wird sich unsere Welt und unsere Stadt verändern und wollen wir dies wirklich? Wir halten es für wichtig, dass viele Menschen über die Risiken von 5G für Mensch und Ökosystem informiert sind und sich eine eigene Meinung bilden können. Mit diesem Brief und einer Informationsveranstaltung im November möchten wir dazu beitragen.

Wissenschaftler und Ärzte warnen

Seit Jahren schon warnen Ärzte und Wissenschaftler vor den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunk. In zahlreichen, auch neueren industrieunabhängigen Studien und Forschungsberichten wurde der Zusammenhang von Krebs und Mobilfunk nachgewiesen. Sie zeigen, dass elektromagnetische Frequenzen Auswirkungen auf lebende Organismen haben und zwar bereits “bei Werten, die weit unter den nationalen und internationalen Grenzwerten liegen”. Weitere nachgewiesene Auswirkungen sind u.a.: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Veränderung des Herzrhythmus, Veränderungen im Stoffwechsel, Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen. Die heutigen Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung schützen nicht vor negativen Auswirkungen. Sie berücksichtigen einzig die Erwärmung des Gewebes als Maßstab für die Gefährlichkeit, aber keinerlei weitere biologische Auswirkungen. Von der Weltgesundheits organisation (WHO) wird Mobilfunkstrahlung bisher als „möglicherweise krebserzeugend“ eingestuft.

Schon jetzt sind wir – gerade in Ballungsräumen – viel Strahlung aus GSM, UMTS, LTE, WLAN, Bluetooth von Mobilfunkantennen, WLAN-Hotspots, DECT-Telefonen, Smartphones und Smartwatches ausgesetzt. 5G aber wird unser künstliches Strahlungsumfeld in bisher nicht gekanntem Maß potenzieren. In zwei großen Appellen 2017 und 2018 („Stop 5G auf der Erde und im Weltraum“) unter anderem an die Vereinten Nationen, die EU und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordern deshalb mehrere hundert Ärzte, Wissenschaftler und viele Umweltorganisationen aus über vierzig Ländern ein Moratorium beim Ausbau von 5G. Dies soll gelten, bis die möglichen Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt vollständig durch industrieunabhängige Wissenschaftler erforscht worden sind. Gerade der zweite Appell (2018) gibt einen guten Überblick über das Ausmaß des geplanten 5G Ausbaus.

Viele Netzwerke von Ärzten und Wissenschaftlern unterstützen öffentlich die geäußerten Einschätzungen (u.a. die Kompetenzinitiative, Italienische Ärzte). Laut einem sehr informativen Artikel im Berliner Tagesspiegel “Wie gesundheitsschädlich ist 5G wirklich” pumpt die EU zurzeit mehr als 700 Millionen Euro in Projekte zur 5G-Entwicklung, aber nicht eines davon dient der Risikoforschung.

Was kommt auf uns zu?

Nach der Veröffentlichung der Bundesregierung „5G – Strategie für Deutschland“ werden schon 2020 in Deutschland rund 770 Millionen Geräte vernetzt sein. Die 5G-Technik funktioniert aber nur über kurze Entfernungen. Um autonom fahrende Autos, Maschinen und Sensoren in Fabrikhallen, gesteuerte Ampeln, Kühlschränke, Rasenmäher, Stromzähler usw. in Echtzeit mit dem Datennetz zu verbinden, ist es deshalb nötig, die Zahl der Antennen im Vergleich zum heutigen Standard stark zu erhöhen. Laut EU können es in Ballungsräumen bis zu 1 Million Geräte pro Km2 werden. So sollen auch in Wohngebieten alle 100 – 150 Meter 5G-Basisstationen installiert werden: in Leitplanken, Gullydeckeln, Bushaltestellen, Werbetafeln oder Straßen-laternen. Die Wissenschaftler sprechen von einer zehn- bis hundertfach erhöhten Strahlung, der wir dann ausgesetzt sein werden.

Irreversible Konsequenzen auch für das Ökosystem

Es drohen aber nicht nur ernste Konsequenzen für die Menschen, sondern auch dauerhafte Schäden in allen Ökosystemen der Erde. Es ist zu vermuten, dass Mobilfunkstrahlung auch beim Artensterben eine zunehmende Rolle spielt. Geplant ist, 5G aus dem Weltraum mit Hilfe von 20.000 Satelliten in niederen und mittleren Erdumlaufbahnen zu senden, die auch bisher unberührte Regionen, wie die tropischen Regenwälder bestrahlen. Angesichts des Klimawandels scheint uns auch der neu dazugekommende Strombedarf (und dadurch weiterer CO2-Anstieg) von weltweit Milliarden neuer funkender Endgeräte unverantwortlich.

Das Vorsorgeprinzip

„Die Umweltpolitik der Union beruht auf den Grundsätzen der Vorsorge und Vorbeugung“, heißt es im Artikel 191 des geltenden EU-Vertrags. Demnach sind die Bürger*innen, anders als im US-Recht, grundsätzlich vor Produkten zu schützen, deren Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist.

Die folgenden Aussagen sprechen eine andere Sprache:

Gunde Ziegelberger, die Verantwortliche für biologische Wirkung von elektromagnetischer Strahlung im Bundesamt für Strahlenschutz sagt in einem Interview, das in dem 3SAT Video „5G-Gefahr für die Gesundheit“ gezeigt wird „…wie sich der neue Antennentyp auf die Exposition der Bevölkerung auswirkt, das werden wir in Forschungsvorhaben begleiten und beobachten.“

Inge Paulini, die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz äußert sich gegenüber der Passauer Neuen Presse am 19. März 2019 ähnlich: „Deutlich höhere Datenübertragungsmengen, neue und zusätzliche Sendeanlagen und höhere Frequenzen verändern die Strahlungsintensitäten – diese müssen untersucht werden“. „Der neue 5G-Standard nutzt mittelfristig auch höhere Frequenzen,hier haben wir noch wenige Erkenntnisse und werden mittelfristig weitere Forschung betreiben”.

Das Vorsorgeprinzip wird offenkundig nicht angewandt und wir nehmen auch in Hamburg mit 5G an einem Versuch teil, dessen Konsequenzen – für unsere Gesundheit und das Ökosystem – nicht absehbar sind. “Eine Zulassung von 5G als Medikament wäre bereits in der vorklinischen Phase gescheitert”, sagt der Vorsitzende des Beirats der Italienischen Umweltärzte. Die vorgeschriebene Technikfolgenabschätzung liegt noch nicht vor.

Widerstand gegen 5G

Inzwischen regt sich an vielen Orten Widerstand gegen die 5G Planungen (Interaktive Landkarte zum aktuellen Stand in Deutschland). Die Region Brüssel und Städte wie Florenz und Genf, sowie der Schweizer Kanton Jura sind vorerst aus dem 5G Projekt ausgestiegen, zumindest bis die Folgen abschätzbar werden. In Berlin findet voraussichtlich am 23.09.2019 eine offizielle Anhörung zur Bundestagspetition gegen 5G statt, für die vor einigen Monaten über 54.000 Unter-schriften eingereicht wurden. Inzwischen wird auch in vielen Medien kritisch berichtet, aber bisher scheint dies an der schnellen Umsetzung der Pläne nichts zu verändern.

Unsere Forderung ist deshalb, 5G in Deutschland und in Hamburg erst einzuführen, wenn negative Auswirkungen auf Gesundheit und Natur ausgeschlossen worden sind!

Wir, die Unterzeichner*innen dieses offenen Briefes sehen, wie in Hamburg als Modellregion in rasantem Tempo von Industrie und Politik Fakten geschaffen werden, ohne dass die Bürger*innen beteiligt oder ausreichend über die Konsequenzen informiert werden.

Was wollen wir?

1) Informationen weitergeben und kritische Meinungsbildung anregen: Durch diesen Brief und die darin enthaltenen Links, die auch auf unseren Webseiten zu finden sind

2) Kritisches Überdenken und Einmischen anregen – 5G geht uns alle etwas an! Bei den großen Fragen herrscht oft das Gefühl vor: „Ich kann ja doch nichts tun“. Auch wir Unterzeichnende sind in dem Thema 5G Laien. Dennoch geht es um unsere Zukunft und um unsere Verantwortung für diese Welt. Deshalb möchten wir Mut machen, sich einzumischen und das zu tun, was möglich ist. Informieren Sie sich und reden Sie über 5G, schicken Sie Leserbriefe an Zeitungen oder fordern Sie die Abgeordneten Ihres Wahlkreises auf, Stellung zu beziehen, in wieweit die Bevölkerung vor nicht absehbaren Gesundheitsrisiken geschützt werden soll.

3) Online Petition des Hamburger BUND zu 5G: Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes in Hamburg stoppen Wir unterstützen die Initiative des Arbeitskreises für Elektrosmogdes BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) in Hamburg, der eine ONLINE PETITION an die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg gerichtet hat.

ONLINE PETITION BITTE HIER UNTERSCHREIBEN!

Wir freuen uns, wenn dieser Brief an Menschen in den eigenen Adressverteilern weitergegeben wird.

Mit herzlichen Grüßen:  Annekatrin Hennenhofer (Projekt Spiritualität des Kirchenkreises Hamburg-Ost) , Dr. Sylvia Kolk (Buddhistisches Stadt-Zentrums Hamburg Liebe-Kraft-Weisheit e.V., Projektgruppe ”Umdenkprozesse”), Pastorin Irmgard Nauck (Kirche der Stille), Stephan Hachtmann (Spirituelle Angebote im Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein)

 

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