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Therapie

SHIATSU: Berührung, die bewegt

Shiatsu heißt übersetzt Fingerdruck und wird am bekleideten Klienten auf dem Futon ausgeübt, manchmal mit einem Kissen zur Unterstützung des Kopfes und der Knie. Die BehandlerIn sinkt mit Handfläche, Finger oder Ellenbogen ein, um Entspannung, aber auch Belebung im Körper und Geist der behandelten Person zu ermöglichen.

Shiatsu bietet als Form einer Körperbehandlung einen ganzheitlichen Ansatz und nimmt sich viel Zeit für die Belange und Hintergründe der KlientInnen. Shiatsu kommt mit wenig Mitteln aus – im Zentrum steht die Zugewandtheit und die Arbeit mit den Meridianen sowie die Theorien aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Eine ruhige Atmosphäre unterstützt bei der Regeneration. Es sollen dabei Blockaden gelöst werden, damit das im Japanischen genannte Ki wieder frei zirkulieren kann

Shiatsu kommt mit sehr wenig aus. Es geht gerade auch um diese Einfachheit. Alles, worum es geht, bringen die KlientInnen in sich mit.

Shiatsu-PraktikerInnen arbeiten mit ihrem Körper. Die eigene Entspannung, Aufmerksamkeit und Ausrichtung auf die KlientIn macht Shiatsu zu einer Behandlungsform, die die Menschen auf mehreren Ebenen gleichzeitig erreicht. Es geht darum, das Ki zu unterstützen, damit es sich wieder frei bewegen kann und wieder zur Verfügung steht.

Durch die shiatsu-spezifische Berührung kommen Menschen intensiver mit sich selbst in Kontakt. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Arbeit mit dem physischen Körper. Es werden ebenso emotionale, psychische und energetische Aspekte berührt. Eigentlich etwas, was grundsätzlih immer geschieht. Wenn man einen Dorn im Fuß hat, tanzt man nicht so fröhlich durch das Leben wie ohne. Wenn ein/e ChiropraktikerIn mir einen Wirbel zurechtsetzt, bewegen sich auch Emotionen, denn die Statik des ganzen Körpers geht mit. Es geht nicht ohne. Doch durch die shiatsu-spezifische Aufmerksamkeit auf diese Zusammenhänge ist die Arbeit mit Shiatsu intensiver, auch effektiver.

Ein Körper kann sich ändern, muss es aber nicht. Vielleicht gibt es Gründe für Rückenschmerzen oder Schlafstörungen?

Wenn ich Rückenschmerzen und Schlafstörungen isoliert betrachte und behandle, sind die Chancen gut, dass sie wiederkommen. Wenn ich aber die Stärken und Bedürfnisse des Körpers und des Systems erkenne, diese lerne zu nutzen und zu unterstützen, stehen die Chancen gut, dass meine Unterstützung sowohl längerfristig als auch wirkungsvoll anhält.

Der Druck oder das Einsinken geschieht in eine Tiefe, in der sich die KlientInnen berührt fühlten. Manchmal ist es angenehm entspannend, manchmal etwas schmerzhaft. Manchmal reicht ein sanftes Handauflegen, damit das System in Bewegung, das Ki zum Fließen kommt. Manchmal ist deutlich mehr physischer Druck nötig, damit sich jemand gesehen und berührt fühlt. Es geht immer um das Lösen von Blockaden. Nicht mit aller Kraft hindurch, um diese wegzudrücken, sondern bis zu einer Tiefe, in der der Mensch sich spürt, und das System berührt, anerkannt und einen Impuls hat, sich weiter zu entwickeln.

Dabei können grundsätzlich – bis auf die Intimregionen – alle Körperteile berührt werden. Schmerzhafte Bereiche können, müssen aber nicht ausgelassen werden. Gerade schmerzhafte Bereiche können davon profitieren, dass sie angesprochen werden, wieder integriert werden. Oftmals kann dann auch der Schrecken vor den Schmerzen gehen. Behandelt werden kann auch ‚aus der Entfernung‘ –  z.B. von den Händen oder Füßen aus, kann wirkungsvoll mit dem Rücken oder Bauchraum gearbeitet werden.

Die positive Wirkung rührt zum einen von der Arbeit mit den Meridianen und den Theorien aus der TCM; zum anderen hat es mit der Ausrichtung, Aufmerksamkeit und Zugewandtheit durch die BehandlerInnen zu tun. Das System der EmpfängerInnen reagiert dann demsntsprechend anders als auf gestresste Menschen, die mit Techniken nach Schema F an ihnen arbeiten.

Gerade weil nicht die Beschwerden, sondern die Kraft und das Potential des Menschen im Vordergrund stehen, ist Shiatsu eine wunderbare Unterstützung bei verschiedenen Einschränkungen im Gesundempfinden.

Was alles kann behandelt werden? Akute Schmerzen in verschiedenen Bereichen, Stress mit und ohne Symptomen, Schlafstörungen, Wechseljahresbeschwerden, aber auch einfach der Wunsch nach Entspannung, mehr Bei-Sich-Ankommen oder gesund bleiben. Shiatsu ist so wirkungsvoll, da es nicht mit der Sicht auf das vermeintlich Negative an eine Behandlung herangeht. Es geht um das Gesamtbild, und das bezieht immer alle Anteile mit ein.

Die Lösung der Blockaden und die Entspannung werden nicht allein auf der Matte erfahren. Die KlientInnen erfahren häufig die Unterstützung zu mehr Bewegung in Körper und Geist. Durch diese Zunahme an Freiheit in körperlicher und gedanklicher Bewegung entsteht auch eine positive Wirkung auf die Psyche. Mittlerweile sind regulierende Körperfunktionen bekannt wie Senkung des Blutdrucks, tieferer und entspannterer Atem, Reduktion von Stresswerten.

Wie geht Behandlung? Dehnungen, mobilisierende Techniken um Bewegungsfreiheit in Gelenken zu vergrößern, Halten von besonders angespannten oder verrenkten Gelenken….Shiatsu bietet ganz unterschiedliche Möglichkeiten mit dem Körper zu arbeiten. Und auch wenn der Körper nicht das vordergründige Anliegen einer Behandlung ist, so ist der Körper doch oft die Brücke zu emotionalen Themen.

Am besten ist Shiatsu, wenn man es selber ausprobiert. Braucht es dafür Beschwerden? Nein.

Braucht es besondere Vorbereitungen? Nein.

Neugier an neuen Erfahrungen, Offenheit für neue Impulse sind die einzigen Voraussetzungen, die KlientInnen zu einer Shiatsu-Sitzung mitbringen müssen.

Okay, bequeme und warme Kleidung, etwas Zeit (meist zwischen 45 und 75 Minuten) und das Honorar für den/die BehandlerIn, welches je nach Erfahrung schwankt. Am Ende nimmt man in jedem Fall eine Unterstützung auf mehreren Ebenen mit.

Die Autorin, Birte Ernestus-Holtkamp, ist Heilpraktikerin und Shiatsu-Therapeutin in Hamburg. Sie leitet die Schule für Shiatsu Hamburg, Teil ihreres Repertoires sind außerdem Weiterbildungen in verschiedenen Therapieformen: Homöopathie, Bachblüten, HNC, Aromatherapie, Pflanzentherapie, und einige mehr.

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