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Artikel Bewusstsein

„Du bekommst genau DAS, was du suchst.“ Zanko

Zanko ist ein spiritueller Lehrer aus Bulgarien, der seit 2003 in Deutschland lebt. Zanko ist Begründer der „Universum-Foundation“, die der Förderung geistiger und spiritueller Entwicklung, sowie deren Kommunikation und Akzeptanz in der heutigen modernen Welt gewidmet ist.

Das Interview führte Sylvianne Capell.

S: Warum tun sich gerade in Deutschland die Suchenden so schwer, sich einem Meister anzuschließen?

Zanko: Das hat mit der deutschen Geschichte zu tun. Die Menschen trauen keinem Führer mehr. Bei einer solchen Vorbelastung muss man am besten alles löschen und neu schreiben. Auch die persönliche Geschichte des eigenen Lebensweges sind Vorbelastungen, die es dem Sucher schwer machen. Deshalb
sind die Menschen heute so unsicher und verwirrt.

S: Ich kenne viele Menschen, die auf der spirituellen Suche sind, aber davor zurückschrecken, einem Meister zu folgen. Lieber gehen sie von Lehrer zu Lehrer, um nirgendwo etwas zu verpassen. Oder sie meinen, dass sie es allein schaffen können müssten.

Zanko: Durch diese scheinbare Selbstständigkeit entwickelt sich ein komisches Ego in den Menschen. Und das ist eine Bremse.

S: Ich bin auch so aufgewachsen. Ich wurde dazu erzogen, meine eigene Meinung zu haben und mich nur auf mich selbst zu verlassen.

Zanko: Und wie weit bist du damit gekommen? Letztendlich dreht sich der Mensch dadurch immer nur in der eigenen Suppe. Immer in der scheinbaren Hoffnung, dass es morgen besser wird. Aber was? Das Wetter? Die Umwelt? Oder der menschliche Umgang miteinander? Oder Dein Umgang mit dem Leben? Hm? Wenn ein Mensch zu sehr an sich selbst glaubt, bedeutet das, er hat das ursprüngliche Vertrauen verloren.

S: Ich beobachte bei den Menschen, dass sie keine Unterscheidung machen zwischen dem Vertrauen in ihre Persönlichkeit und dem Vertrauen in das, was dahinter steht.

Zanko: Das, was dahinter steht, ist für viele Menschen nicht sichtbar und noch nicht einmal denkbar, geschweige denn erreichbar. Sie vertrauen nur dem, was sie sehen und anfassen können. Doch das ist zu oberflächlich.

S: Während meiner Ausbildung zur Psychotherapeutin habe ich verschiedene Ansätze kennengelernt, die meiner Meinung nach alle darauf abzielen, das Ego zu stärken und die eigenen Grenzen zu definieren. Wie siehst Du das?

Zanko: Im Grunde genommen wird den Menschen dadurch eine falsche Krücke gegeben. Das ist wie ein künstliches Aufblasen. Die Menschen sind danach geschlossener als vorher, anstatt offener. Das Problem ist, dass die Menschen Angst vor sich selbst haben, deshalb versuchen sie sich nach außen abzugrenzen. Aber wenn Du Angst vor Dir selbst hast, hast Du Angst vor allem. Dann bist Du schon so gut wie eingemauert.

S: Deshalb suche ich immer nach einer Verbindung von Spiritualität und Therapie. Denn beides hat für mich seine Wichtigkeit zur richtigen Zeit.

Zanko: Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Therapie und Spiritualität. Das muss nur richtig geführt sein. Das kann nicht nach bestimmten Mustern ablaufen, sondern muss sehr individuell sein.

S: Das merke ich als Deine Schülerin. Was Du mit uns machst, ist auch manchmal Therapie.

Zanko: Was hat Jesus mit seinen Jüngern gemacht? Hm? Auch Therapie!

S: Was sagst Du zum Thema Kontrolle? Menschen, die Angst haben, suchen ja danach, diese Angst kontrollieren zu können. Auf der einen Seite scheint das hilfreich zu sein, aber auf der anderen Seite blockiert es die Menschen auch.

Zanko: Es gibt eine dünne Grenze zwischen Erforschung und Kontrolle.Erforschung  heißt: Der Mensch muss sich selbst erst kennenlernen und erkennen. NACH der Erkenntnis kann er sich bestimmte Grenzen stecken. Dir muß einfach klar sein, WAS du kontrollieren willst. Es hat nur Sinn, wenn du etwas erkannt hast.

S: Braucht man für die Selbsterkenntnis Mut?

Zanko: Zuerst brauchst Du den Bedarf nach Erkenntnis, vorher wird sich nichts tun. Mut kommt danach. Wenn der Bedarf und der Durst nach Erkenntnis nicht vorhanden sind, kann ich dich ersaufen, und nichts wird passieren. Die Frage ist: wann kommt dein Bedarf, den Durst zu löschen? Das ist wie, wenn du mit dem Auto fährst und merkst, dass deine Blase sich zu füllen beginnt. Aber es geht noch eine Weile. Aber irgendwann kommt der Moment, wo du nicht anders kannst als die nächste Raststätte anzusteuern. (lacht). Und genauso ist es mit dem Durst. Wenn es unerträglich wird, dann hat alles andere keine Priorität mehr. Solange du noch andere Prioritäten hast, folgst du diesen statt deinem Durst.

S: Braucht jeder Mensch einen spirituellen Meister auf seinem Weg?

Zanko: Jeder Mensch braucht Entwicklung. Wer den richtigen Meister für sich gefunden hat, hat Glück! Aber von diesen glücklichen Menschen gibt es nicht viele.

S: Was ist die Rolle eines Meisters?

Zanko: Dich über den Jordan zu bringen. Allein machst Du entweder viele Umwege, oder Du ertrinkst im Jordan.

S: Also braucht jeder Mensch einen Meister?

Zanko: Ein Meister ist im Grunde genommen ein geistiger Erzieher. Und jeder geborene Mensch braucht Erziehung. Leider steht die geistige Erziehung heute nicht an erster Stelle. Unsere Gesellschaft ist so konstruiert, dass ein Mensch zunächst seine Funktion finden muss. Diese Funktion muss ihn ernähren und so weiter. Aber um deine persönliche Entwicklung musst du dich selbst kümmern.

S: Welche Qualitäten muss ein Schüler mitbringen, wenn er dir folgen möchte?

Zanko: Durst und Vertrauen. Ohne diese 2 Punkte geht es nicht. Und das entsprechende Intelligenzpotenzial muss auch da sein.

S: Kann jeder Mensch erwachen oder gibt es dafür bestimmte Voraussetzungen?

Zanko: Es ist für jeden möglich, aber nicht für jeden machbar.

S: Was heißt das?

Zanko: Wie weit du kommst auf deinem Weg, hängt davon ab, wie groß dein Potenzial ist.

S: Und das Potenzial ist uns mit der Geburt gegeben?

Zanko: Ja.

S: Du sagst oft, dass wir unser Potenzial für andere Dinge verprassen.

Zanko: Es ist immer eine Frage der Prioritäten. Was ist dir wichtig?

S: Reicht Erkenntnis aus, um zu erwachen, oder was braucht es noch?

Zanko: Erkenntnis ist notwendig, reicht aber allein nicht aus. Du brauchst auch das entsprechend gute Karma. Und das reicht viele Generationen zurück.

S: Das heißt, es ist möglich, dass einen sein Karma immer wieder zurückzieht?

Zanko: Ja. Und auch das musst du erkennen.

S: Aber kann man sein Karma nicht überwinden?

Zanko: Wahrscheinlich ist es möglich, aber auf einem anderen Planeten.

S: Das macht ja nicht gerade Mut.

Zanko: Nein, aber für die Mutigen ist es eine Herausforderung, der sie sich stellen können. Du musst den Mut haben, über Deine scheinbare Grenze hinauszukommen.

S: Woher kommt Erkenntnis?

Zanko: Erkenntnis kommt nicht aus dem Verstand, sondern aus dem Geist.

S: Aber mein Verstand verwurstet es dann ja.

Zanko: Der Verstand versucht immer, den Geist zu kontrollieren. Auch dein Leben und deine Präsenz im Raum.

S: Und der Geist hat mit dem Verstand nichts zu tun?

Zanko: Der Geist ist immer vom Verstand behindert. Obwohl der Geist eigentlich die Führungsposition hat, schaltet sich der Verstand immer dazwischen. Er will immer erst einverstanden sein. Und genauso spielt der Verstand mit deinem Gewissen in seiner Funktion als Wunschdenker und innerer Kritiker.

S: Spielt der Verstand also gegen den spirituellen Durst?

Zanko: Er versucht, dich abzulenken. Aber wenn der Durst da ist, ist er da.

S: Kann man sich auf die Erleuchtung vorbereiten? Und wenn ja, wie?

Zanko: Die einzige Vorbereitung ist, deinem Weg treu zu bleiben.

S: Was ändert sich mit der Erleuchtung? Und was bedeutet es?

Zanko: Es bleibt alles dasselbe, aber ein bisschen anders. Erleuchtung hat nur für diejenigen Bedeutung, die das erkennen können.

S: Woran erkennt man, ob jemand erleuchtet ist, und ob ich meinen Meister gefunden habe?

Zanko: Wie kannst Du erkennen, ob du verliebt bist oder nicht? Der Schmetterling ist schon in deinem Bauch. Der Mensch merkt einfach, ob das seine Speise ist. Wie? ist unerklärlich. Das ist eine spontane Erkenntnis.

S: Was ist der Sinn des Lebens?

Zanko: Alle suchen den Sinn des Lebens, aber jeder Mensch kann nur den Sinn seines eigenen Lebens finden.

S: Also gibt es für jeden Menschen eine Bestimmung?

Zanko: Das Leben hat Sinn, aber der Sinn deines Lebens steht auf einem ganz anderen Tablett.

S: Und wie kann ich diesen Sinn finden?

Zanko: Indem du versuchst, in dir selbst zu erkennen: warum bin ich da? Und wohin gehe ich? Der Sinn deines Lebens ist dein richtiger Platz im Raum.

S: Gibt es also so was wie Vorbestimmung?

Zanko: Du bist immer irgendwo geboren worden. Und in dieser Zeit und diesem Raum gibt es gewisse Spielregeln, an die du dich anpassen musst. Aber davon unabhängig kannst du deinen Platz im Raum finden. D.H. die Umstände musst du in Kauf nehmen, und auf dieser Basis dich nach obenhin weiterentwickeln.

S: Die Advaita-Bewegung sagt, dass es ausreicht, sich zu fragen: Wer bin ich?

Zanko: Das ist eine schöne Frage, aber das allein reicht nicht aus. Weil du dir ganz leicht alles Mögliche ausdenken kannst.

S: Wie kann ich erkennen, ob eine Erkenntnis wahr ist, oder ob ich mir das nur ausgedacht habe?

Zanko: Mit der Zeit kommt immer die richtige Antwort. Wenn die Zeit reif ist, kommt die Antwort ohne Zweifel. Jede Frage ist ein Ausdruck von Zweifel. Wenn die Antwort von allein kommt, und hinter dieser Antwort gibt es keinen Zweifel mehr, dann ist das deine richtige Antwort.

Zanko ist vom 18 – 20. Okt. 2019 und vom 15. – 17. Nov. 2019 in Hamburg, um Satsang und Intensivseminare abzuhalten.

Zanko ist ein in Deutschland lebender spiritueller Meister. Schon als Kind hatte er Einblicke in seine ‚wahre ‚Natur‘. Seit 1994 bietet Zanko Retreats, Satsangs und Workshops in Bulgarien an, wo unter seiner Führung ein spirituelles Zentrum aufgebaut wurde. Seit 2003 gibt Zanko auch Satsang und Retreats in Deutschland. Seine Botschaft ist die Transformation des Bewusstseins in der modernen Zivilisation.
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